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Titel-Cover Sommermärchen

Sommermärchen

3:29deutscher Indie, Deutscher Hip-Hop, Deutscher Indie-Pop 2026-04-02

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Beschreibung

Produzent, Komponist, Texter: Arman

Produzent, Komponist: Ralph Heidel

Komponist, Produzent: Bazzazian

Komponist, Texter, Produzent: Valentin Hansen

Mischtechniker: David Tobias

Mastering-Ingenieur: Lex Barkey

Texter: Apsilon

Songtext und Übersetzung

Original

Vierter April zweitausendsechs.

Ich werd' neun Jahre alt jetzt.

Bald ist WM, ja, bald ist WM. Schlägerei auf Schulhof wegen Panini-Stickerheft.

Sucuk grillen im Innenhof. Ja, ich bin ein Kanak.

Doch ich will ein weißes Trikot und zwar das von Ballack.

Viele schöne Flaggen, ja, die Welt zu Gast bei Freunden.

Für einen Sommer alle glücklich, alle sind jetzt Deutsche.

Vierter April zweitausendsechs.

Ich bin neun Jahre alt jetzt.

Ich puste neun Flammen aus, darf mein Ballack-Trikot tragen.

Mein Baba macht den Fernseher an am Abend und nachdem der Sprecher meint, dass die

Weltmeisterschaft bald startet, wird er ein bisschen ernster in der Sprache und er sagt: „Zwei Kugeln in den Kopf, der Tote hatte schwarze Haare.

Noch ein Dönermord, die Kripo ist gerade am Fahren.

Türkenmafia, Kurdenmafia glauben die Beamten. Drei Kinder ohne Vater, die Familie wird befragt. “ Mein

Baba drückt den Knopf, schüttelt den Kopf. Er sagt: „Geburtstagskind, Zeit zu schlafen.

Arda, komm. “ WM-Start zweitausendsechs.

Philipp Lahm, oben rechtes Eck.

Fanmeile, ganz Berlin liegt sich in den Armen.

Ich bin mit meinem Baba auch da, in der Hand 'ne kleine Fahne. Im Auto auf der Rückfahrt hör' ich von der Straße

Jubel.

Doch mein Baba guckt komisch und kurbelt das Fenster zu, denn im Radio reden sie von einem Trauermarsch in Dortmund, weil vor Kurzem kam der neunte

Ausländer bei 'nem Mord um.

If I lose it all, I wanna be the last.

I wanna feel the rush of love.

Zwanzig fünfundzwanzig, irgendwo im Süden. Wieder mal ein Auftritt auf irgendeiner Bühne.

Ich geh gerade runter, Applaus geht zu Ende.

Seh' 'ne Frau, kommt auf mich zugelaufen aus der Menge.

Sie hat schwarze Haare, schüttelt lächelnd meine Hand.

Sagt, es wär ihr peinlich, weil wir kennen uns ja nicht mal, aber meine Lieder geben ihr manchmal Halt. Dieses Land und die Menschen findet sie oft ziemlich kalt.

Sie sagt, dass ich nicht aufhören darf, solche Songs zu schreiben. Auch wenn der

Erfolg kommt und die Goldenen und die Preise.

Auch wenn jetzt blonde Kids stehen, erste Reihe.

Solang ich drüber schreib, fühlt sie sich nicht damit alleine.

Sie lächelt wieder, doch diesmal fehlt der Glanz in ihren Augen. Ich gucke in kaputte Diamanten.

Sie sagt: „Okay, genug. “ Sie will mich ja nicht stören. Ich sei bestimmt müde.

Außerdem hat sie gehört, heute sei mein Geburtstag.

Alles Gute.

Was für ein Zufall. Ha, was für ein Zufall.

Genau auf den Tag vor fast zwanzig Jahren kam sie nach Hause und ihr Vater war nicht da, weil ein Nazi mit 'ner Waffe nahm ihren Baba leider weg. Das war damals, vierter April zweitausendsechs.

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